Frauen | Hollage ist Kreismeister

Die Oberligadamen von Blau-Weiss Hollage sind Kreismeister 2017! Das Team vom Benkenbusch setzte sich in der gestrigen Endrunde trotz kleinem Kader verdient durch und löst den SV DJK Schlichthorst ab. Zweiter wurde der SV Harderberg, der ein ebenso gutes Turnier spielte.

Schon in den beiden Endrundengruppen sahen die Besucher in der Sporthalle an der Haferstraße in Melle spannende Spiele und viele Tore. Doch zunächst mussten die Organisatoren umplanen: Die SG Ballsport/Atter/Gaste-Hasbergen sagte ihre Teilnahme ab, dafür sprang die TSG Dissen spontan ein und komplettierte die Gruppe A. In der Gruppe A gab es gleich mehrere Überraschungen: Schon im ersten Spiel trotzte der Osnabrücker SC II dem Oberligisten BW Hollage ein Remis ab und auch die TSG 07 Burg Gretesch hatte als Regionalligist und Favorit ihre Mühen in der Gruppenphase. Im „Spitzenspiel“ zwischen der TSG 07 Burg Gretesch und BW Hollage ging es mitunter rassig und leidenschaftlich zur Sache, in den Schlusssekunden gewannen die Blau-Weissen vom Benkenbusch die Partie mit 2:1. Marken setzte auch die TSG Dissen: Das Team von Carsten Flottmann brauchte ein wenig „Anlaufzeit“ um ins Turnier zu finden, spielte gegen BW Hollage aber sein bestes Spiel und hatte den Oberligisten phasenweise im Griff. Doch individuelle Fehler und eine kleine Abschlussschwäche ließen den Kreisligisten am Ende mit 3:5 unterliegen. Eine gute Leistung zeigte aber auch Gastgeber SG Melle/Westerhausen: Die Weinroten erhamsterten sich den ein oder anderen Punkt, kamen im letzten Vorrundenspiel beim 3:8 gegen BW Hollage aber mächtig unter die Räder. Mit zehn Punkten aus vier Spielen sicherte sich Blau-Weiss Hollage ungeschlagen den Gruppensieg in der Gruppe A, zweiter wurde die TSG 07 Burg Gretesch. Gastgeber SG Melle/Westerhausen lief als Tabellendritter vor der TSG Dissen und der zweiten Mannschaft des Osnabrücker SC in die Endabrechnung ein.

Mit dem Osnabrücker SC ging ein Landsligist als Favorit in die Vorrundenspiele der Gruppe B. Der OSC wurde seiner Favoritenrolle jedoch nicht ganz gerecht, überrascht hatte jemand anders: Ohne Punktverlust und mit einer souveränen Leistung marschierte der SV Harderberg durch die Gruppenphase und sicherte sich den Gruppensieg. Dabei überzeugte das Team von Nina Heuer auf ganzer Linie und leistete keine Ausrutscher. Das Spiel des SVH gegen den Osnabrücker SC war für die Besucher das Highlight der Gruppe: Spannend ging es auf der Platte zu, beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Die bessere Chancenverwertung ließ den SV Harderberg am Ende mit 2:1 jubeln. Mit neun Punkten qualifizierte sich aber auch der Osnabrücker SC für das Halbfinale. Auf dem dritten Platz in der Gruppe B landete der Hunteburger SV. Die Nordkreislerinnen sammelten vier Punkte, präsentierten sich gut und drehten beim 4:3 – Erfolg über die zweite Mannschaft der TSG 07 Burg Gretesch sogar das Spiel. Gretesch II holte drei Punkte aus den vier Vorrundenspielen und sicherte sich damit den vierten Platz. Fünfter der Gruppe B wurde Eintracht Neuenkirchen: Neuenkirchen tat sich schwer im Turnier und kassierte gegen den SV Harderberg im letzten Gruppenspiel eine deutliche 0:7 – Niederlage.

Im ersten Halbfinale des Tages trafen Oberligist BW Hollage und Landesligist Osnabrücker SC aufeinander. Beide Mannschaften zeigten bis hierhin eine gute Turnierleistung und boten auch im direkten Duell ein tolles und torreiches Spiel. Marie Kruthaup brachte den OSC nach zwei Minuten in Führung, Michelle Rickelmann egalisierte den Spielstand nur zwei Minuten später wieder. Hollage drehte nun auf und drehte auch das Spiel: Katharina Jarzyna, die gestern einen sehr guten Tag erwischte, traf zum 2:1 (6.), Johanna Goer glich wieder aus (7.). Mit ihrem zweiten Treffer im Spiel sorgte Katharina Jarzyna für die erneute BWH-Führung (9.) und auch für das 5:2 (11.), Jenny Vogt traf zwischendurch zum 4:1 (10.). Das Spiel war gelaufen, Hollage dominierte mit zunehmender Spieldauer den Gegner und ließ am Ende keine Zweifel mehr aufkommen. Mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel erhöhte Patrizia Landwehrmann auf 6:2 (12.), der Treffer zum 6:3 durch Fiona Härle kurz vor dem Ende war nur noch Ergebniskosmetik. Wesentlich spannender ging es im zweiten Halbfinale zwischen der TSG 07 Burg Gretesch und dem SV Harderberg zu: Der Regionalligist hatte Anlaufschwierigkeiten, Harderberg agierte druckvoll und mit schnellem Kombinationsfußball. Und während Gretesch die ein oder andere gute Chance vor dem Tor ungenutzt ließ sorgte Lena van der Schüür mit ihrem entscheidenden Tor zum 0:1 (6.) für den Finaleinzug des SVH.

Alle Plätze wurden anschließend separat ausgespielt. Und hier bei wurde es den Mannschaften überlassen, ob sie die Platzierung durch ein weiteres Spiel oder durch ein Neunmeterschießen entscheiden lassen wollten. Die zweite Mannschaft des Osnabrücker SC und Eintracht Neuenkirchen entschieden sich im Kampf um Platz Neun für ein Neunmeterschießen. Nach jeweils drei verschossenen Versuchen kam Bewegung in die Sache, am Ende hatte Eintracht Neuenkirchen mit 4:3 das bessere Ende für sich. Die TSG Dissen und die zweite Mannschaft der TSG 07 Burg Gretesch entschieden sich für die spielerische Variante. Nach dreizehn regulären Minuten stand es 1:1. Beatrice Montero-Pinto hatte die TSG Dissen in Führung gebracht (9.), Frauke Pieper glich zwei Minuten später jedoch aus. Auch hier musste ein Neunmeterschießen entscheiden. Gretesch gewann am Ende mit 4:2 gegen den Ligakonkurrenten und sicherte sich den siebten Platz. Spielerisch wurde auch die Entscheidung um Platz Fünf ausgetragen: Gastgeber SG Melle/Westerhausen traf auf den Hunteburger SV und gewann mit 4:2. Zwar konnte der Hunteburger SV in Führung gehen (5.), Doris Bentlage glich für die Gastgeberinnen nur drei Minuten später wieder aus. Auf dem Hallenboden ging es munter weiter. Tessa Kübler (11.) und Songül Kilic (12.) ließen Melle davonziehen, Janin Johanning brachte ihren HSV aber zurück ins Spiel (12.). Mit dem 4:2 in der Schlussminute machte Maja Leimbrock den Deckel auf die Partie und ließ die SG Melle/Westerhausen den fünften Platz im eigenen Turnier bejubeln.

Der Osnabrücker SC und die TSG 07 Burg Gretesch trugen das Duell um den dritten Platz aus und beiden sah man den langen Turniertag nun an. Spielerisch weiter anspruchsvoll allerdings mit deutlich weniger Tempo als noch in den Gruppenspielen sorgten beide Mannschaften dennoch für ein gutes „kleines Finale“. Caren Holzenkamp brachte den Osnabrücker SC in der zweiten Spielminute mit 1:0 in Führung, Paula Greiwe glich nur vier Minuten später wieder aus. Gretesch spielte die Partie nun ruhig und besonnen runter, Lisa Drews nutzte einen Raumgewinn in der sechsten Minute zum 1:2. Dabei blieb es auch bis zum Ende, auch wenn es weitere Chancen auf beiden Seiten gab.

Blau-Weiss Hollage gegen den SV Harderberg – das Finale der sechsten inoffiziellen Hallenkreismeisterschaft im Frauenfußball versprach schon vor Anstoß gut und spannend zu werden. Und dem wurde es in allen Punkten gerecht. Beide Mannschaften hatten bis hierhin ein gutes und souveränes Turnier gespielt, beide mobilisierten letzte Kraftreserven. Der „Underdog“ vom SV Harderberg nutzte direkt die erste Chance im Spiel zum 0:1: Mascha Heuer konnte nahezu ungehindert abschließen. Blau-Weiss Hollage steckte jedoch nicht auf und kämpfte sich zurück. Und Hollage hatte eine „Torgarantin“ in den eigenen Reihen: Wie schon in der Gruppenphase und auch im Halbfinale traf Katharina Jarzyna auch im Finale – und das gleich doppelt. Zunächst glich Jarzyna aus (3.), zwei Minuten vor Toreschluss sorgte Jarzyna mit ihrem zweiten Treffer im Spiel für das 1:2 und damit auch für Jubel bei den Blau-Weissen. Denn der Oberligist rettete das Ergbnis über die Zeit.

Der Sieger der sechsten inoffiziellen Hallenkreismeisterschaft im Frauenfußball kommt aus Hollage. Damit lösen die Kickerinnen vom Benkenbusch den Ligakonkurrenten SV DJK Schlichthorst als Titelträger ab und krönen ihre durchweg gute und souveräne Leistung im Turnier. Die Freude über den Erfolg war ebenso groß wie die Erleichterung, denn Holage reiste mit nur sieben Spielerinnen nach Melle. Freude herrschte aber auch beim Aurichter und Gastgeber: Die SG Melle/Westerhausen stellte ein tolles Turnier auf die Beine und kann ebenso zufrieden auf den gestrigen Samstag zurückblicken.