Frauen | 4:0 – Gretesch verschläft erste Hälfte

Knapp drei Monate nach ihrem letzten Auftritt ging es auch für die Regionalligadamen der TSG 07 Burg Gretesch gestern mit der Restsaison weiter. Die Reise nach Hannover hatten sich die Blau-Weißen aber sicher anders vorgestellt: Beim TSV Limmer unterlag die TSG mit 4:0 (4:0) und zeigte dabei zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten.

Uneben, von Löchern übersät und mit Maulwurfshügeln garniert – auf einem Platz, auf dem ein Bundesligist sicher seinen Spaß gehabt hätte bestimmten zunächst die Gastgeberinnen das Spiel. Limmer agierte kompakt und mit Diagonalbällen auf die Außenbahnen, die TSG 07 Burg Gretesch fand erst überhaupt keinen Weg ins Spiel. In der eigenen Hälfte eigeschnürt waren die Gäste meist in der Defensive beschäftigt und mussten nach zwanzig Minuten den ersten Gegentreffer hinnehnem – auch wenn dieser irregulär zustande kam. Aus deutlicher Abseitsposition schob Selin Ertan den Ball zum 1:0 ungestört und freistehend vor Sabrina Martin in die Maschen – die Proteste der TSG-Akteure blieben ungehört. Es war nicht die einzige Fehlentscheidung des Gespanns um Schiedsrichterin Sina Kühn aus Hannover, das keine erkennbare Linie hatte. Doch daran lag es nicht: Vielmehr verschlief die TSG in den kommenden Minuten die Aktionen der Gastgeberinnen. Limmer agierte fast immer nach dem gleichen Muster: Nach der Balleroberung folgte ein Diagonalball auf Levke Hölzer. So auch zwei Minuten nach dem ersten Gegentreffer. Diesmal setzte sich Hölzer im Zweikampf energisch durch, nahm Tempo auf und schob den Ball an Sabrina Martin vorbei. Nur weitere zehn Minuten später schien das Spiel gelaufen: Laura Rau sprintete über die linke Seite und zog in den Strafraum. Ihr Abschluss mit viel Übersicht landete in der langen Ecke. Für die TSG 07 Burg Gretesch kam es aber noch dicker: noch vor der Pause traf Lara Meier aus gut zwanzig Metern zum 4:0 (44.), die Gäste aus Osnabrück hatten bis dahin nicht eine nennenswerte Offensivaktion.

Das änderte sich nach der Pause. TSG-Coach Martin Möllenkamp schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, seine Damen zeigten sich im zweiten Durchgang wesentlich konzentrierter und bissiger. Gretesch nahm die Zweikämpfe nun an und suchte seinen Weg in die Offensive. Limmer blieb jedoch auch nach der Pause stets gefährlich, die Gastgeberinnen konterten auf dem eigenen Geläuf. Doch anders als noch vor der Pause konnten sich die Rot-Schwarzen nun immer weniger entscheidend durchsetzen. Auf der anderen Seite ließ auch die TSG gute Chancen liegen: Kim Köhne zog aus der Distanz ab, Lisa Drews bekam nach tollem Solo keinen Druck hinter den Ball – mit ein wenig Glück hätten die Blau-Weißen das Spiel wieder spannend gestalten können. Den besten Angriff sahen die gut siebzig Besucher in der 73. Minute – und den hatte die TSG 07 Burg Gretesch: Paula Greiwe eröffenete das Spiel mit einem langen Ball auf die durchstartende Julia Uphaus, von der rechten Grundlinie spielte Uphaus den Ball in den Strafraum. Doch dort verpassten mit Lisa Drews und Tanja Rieger gleich zwei Spielerinnen den Ball nur sehr knapp. Am Ende blieb es jedoch beim 4:0 für Limmer.

Der Start verlief damit alles andere als optimal, doch diese Niederlage gilt es nun schnell abzuhaken. Denn schon am kommenden Sonntag wartet die nächste Hürde auf Gretesch: Wieder müssen die Blau-Weißen auswärts ran, diesmal geht die Reise zu einem echten Kultklub: Um 15:00 Uhr beginnt das Spiel beim FC St. Pauli, gespielt wird in der „Feldarena“ direkt am Millerntor-Stadion auf Kunstrasen.

TSV Limmer: Wolf – Aufurth, Budde, Rau, Reuter (70. Ritter), Hölzer, Ertan (75. Protzek), Jünger, Haar, Meier (75. Bala), Schmeding

TSG 07 Burg Gretesch: Martin – Greiwe (73. Lischewski), Schramm, Drews, Schulz, Berlsmann (40. J. Holtgräve), Kronemeyer, Köhne, Arndt, Ehret (46. Uphaus), Rieger

Tore: 1:0 Ertan (20.), 2:0 Hölzer (22.), 3:0 Rau (32.), 4:0 Meier (44.)

Schiedsrichterin: Sina Kühn (Hannover)