Frauen | Osnabrück ist im Derbyfieber

Die Spannung steigt – am Sonntag blicken die Fans des Frauenfußball in Osnabrück an die Hiärm-Grupe-Straße. Dort steigt das von vielen lang ersehnte Derby: mit dem Osnabrücker SC und der TSG 07 Burg Gretesch treffen die beiden ranghöchsten Damenteams der Stadt im direkten Duell aufeinander.

Im Spiel am Sonntag geht es zwar nicht um Ligapunkte – das Pokalviertelfinale zwischen beiden Mannschaften dürfte aber kaum weniger spannend sein. In beiden Lagern ist die Vorfreude riesig, die Anspannung zu spüren und beide haben nur ein Ziel: das Pokalhalbfinale. Regionalligist TSG 07 Burg Gretesch geht als Favorit ins Spiel, dürfte es aber mit einer hoch motivierten und schwer zu bespielenden OSC-Mannschaft zu tun bekommen. „Seit Wochen ist die Vorfreude auf das Spiel in der Mannschaft zu spüren. Dadurch, dass viele von uns in der Vergangenheit für Gretesch gespielt haben, ist das Derby ein echtes Highlight für uns. Als Außenseiter gehen wir in die Partie, aber wir haben nur ein Ziel vor Augen: das Pokalhalbfinale“, gibt OSC-Kapitänin Fiona Härle (Titelbild, in weiß) die Marschroute für das Match am Sonntag vor. Keine Frage: der Pokal liegt dem OSC. Mit Siegen über den SV Friedrichsfehn (4:1) und bei Heidekraut Andervenne (6:5 n.E.) sicherten sich die Rot-Weißen das Ticket für das Viertelfinale. Und auch in der Liga läuft es mittlerweile für den Oberligaaufsteiger: als Tabellenvierter geht der OSC in die Winterpause, nach dem schwierigen Saisonstart und der langen Durststrecke ist das ein gutes Ergebnis. Zuletzt gewann der Osnabrücker SC beim FC Oste/Oldendorf, sammelte weiteres Selbstvertrauen und dürfte mit breiter Brust ins Pokalviertelfinale gehen.

Nicht ganz so rund läuft es beim Gegner: die TSG 07 Burg Gretesch zeigte wie zuletzt in Bremen zwar ansprechende Leistungen, belohnte sich jedoch nicht und unterlag am Ende meist denkbar knapp. Doch der Pokal hat seine eigenen Gesetze, das weiß auch TSG-Torfrau Sabrina Martin: „Pokalspiele sind immer besondere Spiele! Die Pokalsaison ist bis jetzt so gelaufen wie wir uns das vorgestellt haben. In der Tabelle stehen wir allerdings nicht da, wo wir hinwollen. Qualitativ konnten wir uns im Vergleich zur letzten Saison verstärken und zeigen spielerisch auch oft gute Leistungen. Doch ab und zu fehlt uns das Quentchen Glück, doch das kommt noch. Bitter wiegt natürlich immer noch der Ausfall von Paula, die hinten in der Abwehr sonst immer ein sicherer Rückhalt ist.“ Paula Greiwe fehlt der TSG 07 Burg Gretesch mit einem Kreuzbandriss noch länger und ist ein schwerer Ausfall. Doch der Kader der Blau-Weißen ist breit aufgestellt und Trainerin Anja Siegers wird sicherlich Alternativen aufbieten können. Auch auf Seiten des Regionalligisten ist die Vorfreude auf das Duell am Sonntag groß: „Ich persönlich freue mich auf die anstehende Partie am Sonntag. Dadurch wollen und können wir Werbung für den Frauenfußball in Osnabrück machen, da ich fest davon ausgehe, dass mehr Zuschauer den Weg zum Platz finden als normalerweise. Es wird mit Sicherheit ein spannendes und gutes Spiel! Der OSC hat sich in den letzten Jahren im Frauenbereich sehr gut entwickelt. Doch auch bei uns hat sich seit Anfang der Saison einiges getan und wir konnten eine deutliche Leistungssteigerung erzielen. Das wollen wir auf den Platz bringen“, so Sabrina Martin weiter. Gretesch spielte sich mit zwei 4:1-Siegen (in Abbehausen und bei Union Meppen) ins Viertelfinale und möchte ebenfalls den nächsten Schritt machen.

Osnabrücker SC gegen die TSG 07 Burg Gretesch – das Duell gab es zuletzt am 19.07.2016. Damals standen sich beide Mannschaften in einem Testspiel gegenüber und trennten sich mit einem 2:2 – Unentschieden. Und auch am Sonntag dürfte es ähnlich spannend werden. Eine vielleicht entscheidende Rolle könnte der Untergrund am Sonntag sein: gespielt wird auf dem Kunstrasenplatz im OSC-Sportzentrum an der Hiärm-Grupe-Straße. Neben dem für die TSG 07 Burg Gretesch eher ungewohnten Platz kommt die enge der Anlage hinzu – die Zuschauer stehen dicht am Platz und könnten für eine einmalige Atmosphäre sorgen. Angepfiffen wird das Derby um 15:00 Uhr und allein die Ansetzung verspricht Leidenschaft pur.