DFB-Pokal | 0:3 - Lotte verliert Pokalfight

Es war ein wahres Fußballfest am heutigen Dienstag an der Bremer Brücke zu Osnabrück: Auch wenn das Ergebnis am Ende mit 0:3 (0:0) alle Pokalträume der Sportfreunde Lotte platzen ließ, so boten die Blau-Weißen dem ausverkauften Stadion ein weiteres, tolles Pokalspiel.

Und Lotte begann frech: die 15.780 Zuschauer sahen einen drückenden Drittligisten, der den Bundesligisten in den ersten zwanzig Minuten absolut im Griff hatte und zu eigenen Chancen kam. Doch Lotte ging fahrlässig mit den wenigen Chancen um oder konnte sich im Abschluss nicht entscheidend durchsetzen. Dennoch blieben die Sportfreunde im ersten Durchgang das bessere Team. Beide Mannschaften gingen mit zunehmender Spieldauer ein hohes Tempo, zeigten schöne Kombinationen, schalteten schnell um und ließen dasViertelfinale zu einer unterhaltsamen Partie werden. Immer wieder peitschte das Publikum seine Sportfreunde nach vorne, die Kicker auf dem Rasen dankend es mit leidenschaftlichem Kampf und vollem Einsatz. Ohne Tore ging es in die Pause, es schien für die Sportfreunde auch heute was möglich zu sein.

In der Pause wechselte SFL-Coach Ismail Atalan den verwarnten Alexander Langlitz aus und brachte mit Phillip Steinhart frisches Personal auf den Platz. Und Steinhart fügte sich umgehend ein. Zusammen mit Kevin Freiberger beackerte er fortan und wiederkehrend die linke Seite und überzeugte mit scharfen Flanken. Doch es folgte die kalte Dusche für den Drittligisten: Borussia Dortmund fuhr in der 57. Minute einen der bis dato sehr wenigen Angriffe, über Ousmane Dembele kam der Ball zu Christian Pulisic. Pulisic zeigte seine individuelle Klasse und schob zum 0:1 ein. Nur neun Minuten später fiel die Vorentscheidung: Shinji Kagawa setzte sich auf der linken Seite durch, seine Flanke köpfte Raphael Guerreiro auf den mitgelaufenen Andre Schürrle – der Weltmeister hatte keine Mühe mit dem Treffer. Borussia Dortmund agierte nun im Stile einer Spitzenmannschaft und ließ desöfteren die individuelle Klasse durchblicken, sah sich aber auch weiterhin den Kontern der weiter tapfer spielenden Sportfreunde Lotte ausgesetzt. Und so hätte der „Gastgeber“ fast den Anschlusstreffer erzielt: Tim Wendel schickte den startenden Kevin Freiberger, seinen Querpass legte Bernd Rosinger nur knapp neben das Tor (76.). Doch Dortmund machte den Sack endgültig zu: Marcel Schmelzer nagelte einen Freistoss aus halbrechter Position an den Innenpfosten, von da aus flog der Ball ins Tor – das 0:3 war zugleich der Schlusspunkt eines unterhaltsamen und kurzweiligen Viertelfinalspiel.

Sichtlich erschöpft aber erhobenen Hauptes gingen die Sportfreunde Lotte auf die Ehrenrunde durch das Stadion. Der Drittligist kann mit Stolz auf vier tolle Pokalspiele und drei Sensationen zurückblicken. Lotte ließ sich ausgibieg von den Zuschauern feiern, hat aber schon jetzt die kommende Aufgabe in der dritten Liga im Fokus. Am kommenden Sonntag um 14:00 Uhr gastiert der Hallesche FC am Lotter Kreuz. Doch bis dahin genießen die Sportfreunde Lotte den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte – und sie haben alles Recht dazu.

VfL Sportfreunde Lotte: Fernandez – Neidhart, Nauber, Rahn, Langlitz (46. Steinhart) – Dej (62. Heyer), Wendel (73. Tankulic) – Lindner, Pires-Rodriguez, Freiberger – Rosinger

BV Borussia Dortmund: Bürki – Schmelzer, Barta, Ginter, Pisczek – Guerreiro (71. Zazon), Castro (86. Isak), Kagawa – Pulisic (82. Mor), Schürrle, Dembele

Tore: 0:1 Pulisic (57.), 0:2 Schürrle (66.), 0:3 Schmelzer (83.)

Zuschauer: 15.780 (ausverkauft)