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Was macht eigentlich..., Oliver Villar?

Was macht eigentlich..., Oliver Villar?

Hi Olli, wie es aussieht, genießt du die Zeit ohne im Fußball eingespannt zu sein. Oder warum haben wir so lange nichts von dir gehört?

Hi Thomas, ja das ist in der Tat so. Ich habe die Zeit natürlich genutzt, um ein Stück weit von der Fußballwelt abzuschalten. Es war eine spannende aber auch sehr zeitintensive Zeit in den knapp 9 Jahren als Trainer beim SCL, diese Zeit möchte ich unter keinen Umständen missen. Aber als Familienvater ist privat natürlich auch einiges auf der Strecke geblieben.

Entspannen tue ich seitdem sicherlich nicht, meine Mädels zu Hause haben direkt dafür gesorgt, dass die freie Zeit von Papa auch direkt genutzt wird. Meine beiden Töchter reiten und voltigieren beide jeweils, daher bin ich als Fahrer direkt eingespannt worden. Man findet mich aktuell mehr auf Reiterplätzen als am Spielfeldrand. Und es ist sicherlich auch mal schön, an Familientreffen am Sonntag teilnehmen zu können, das war während meiner aktiven Zeit leider nicht häufig möglich.

Bei deiner letzten Station als Trainer beim SC Lüstringen warst du sehr erfolgreich und akribisch, warum ist danach kein anderer Verein gekommen, da standen doch bestimmt einige Schlange?

Meine Entscheidung beim SCL aufzuhören war letztendlich keine Entscheidung gegen den Verein, sondern eine Entscheidung für mich. Am Ende war es schon eine große Herausforderung, das berufliche, familiäre und sportliche Leben unter einen Hut zu bekommen. Zum Ende hin war es schlicht nicht mehr möglich, alles mit 100% zu betreiben, daher habe ich mich dazu entschlossen, in meinem Hobby kürzer zu treten.

Von Schlange stehen kann man nicht sprechen, aber es gab bzw. gibt die eine oder andere auch sehr interessante Anfrage, aber Stand heute kommen diese aus den beschriebenen Gründen nicht in Frage. Aber natürlich kann ich mir in der Zukunft vorstellen, wieder an der Seitenlinie zu stehen. Dafür hat Fußball immer eine große Rolle gespielt, sicherlich fehlt mir auch dieses Umfeld ein Stück weit.

Du kennst viele Trainer, du sprichst vielleicht auch immer mal wieder mit aktiven Spielern und Trainern. Was hat sich deiner Meinung nach speziell im Amateurfußball geändert, oder wie nimmst du es wahr?

In der Tat habe es geschafft, Abstand zu der Materie zu gewinnen. Natürlich habe ich noch regelmäßigen Kontakt zu einigen Jungs, vor allem aus meiner Zeit in Lüstringen, da sind über den Sport hinaus auch Freundschaften draus entstanden. Ob es wirklich Veränderungen gegeben hat kann ich gar nicht genau sagen, "gefühlt" nehme ich es ein Stück so wahr, dass das Leistungsvermögen sich in den vergangenen Jahren, vielleicht auch durch die "Down-Phase" während Corona, abgenommen hat.

Olli, was ist dir in deiner Karriere als Spieler und als Trainer ganz besonders in Erinnerung geblieben und würdest du es alles nochmal so machen?

Das ist wirklich eine gute Frage. :-)

Auch wenn der eine oder andere behauptet, dass ich in meiner aktiven Phase ein Stück weit schlampig mit meinem Talent umgegangen bin, würde ich es genau so wieder machen. Sicherlich würde ich gerne mit meiner aktuellen Lebenserfahrung gerne noch einmal meine aktive Zeit beim VfL Osnabrück durchlaufen, dann würde ich die Dinge sicherlich ein Stück weit anders angehen, aber bereuen tue ich nichts.

Durch den Fußball durfte ich sicherlich etliche schöne Momente erleben, wie z. B. das Pokalspiel gegen Bayern München. Allerdings ist mir der erste Vetter Cup Sieg mit dem SCL mit dem 6:1 Finalsieg gegen die Amateure vom VfL besonders in Erinnerung geblieben, das war wirklich schon etwas Besonderes.

Hast du noch Kontakte zum VfL Osnabrück und zum SC Lüstringen und wie schätzt du deren Situation ein?

Die Kontakte zum VfL Osnabrück sind so gut wie zum Erliegen gekommen, von den "Alten" ist aktuell auch niemand mehr im Verein vertreten. Zu Tommy Reichenberger habe ich noch hin und wieder losen Kontakt, wir schaffen es leider seit Jahren nicht, ein Treffen zu organisieren. Beim SCL habe ich noch regelmäßigen Kontakt zu Sascha Krolik, letztendlich habe ich dem Verein auch einiges zu verdanken. Zu der Mannschaft bzw. zu den Jungs eher weniger, da hat sich Truppe in den vergangenen Jahren sehr gewandelt, aus meiner Zeit ist ja bis auf Ali Ahmet keiner mehr aktiv in dem Verein.

Zum Abschluss würden wir gerne wissen, ob wir dich als Trainer nochmal irgendwo an der Seitenlinie treffen werden, oder lässt dich deine Familie jetzt wo sie sich daran gewöhnt haben nicht mehr weg?

Ich denke schon, dass ich in der Zukunft wieder an der Seitenlinie zu finden sein werde, mit zunehmendem Alter verlieren die Mädels sicherlich das Interesse am Papa, außer sie möchten was oder wollen von A nach B gefahren werden. :-)

Sie würden mich sicherlich wieder ziehen lassen, da ich das Kabinenleben und auch die Arbeit auf dem Trainingsplatz vermisse. Aber wie gesagt, am Ende müssen die Voraussetzungen dafür passen, dabei geht es in erster Linie um die zeitliche Komponente. Wenn ich wieder einsteige dann nur mit 100% Engagement, unter der Devise entweder ganz oder gar nicht. Am Ende erwarten die Trainer auch 100% Einsatz und Willen von den Spielern, um sportlich erfolgreich zu sein. Dieses muss natürlich auch das Trainerteam zu 100% vorleben!

osnaball bedankt sich bei Oliver Villar für das Interview und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute!

 

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