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Was macht eigentlich..., Thomas Lüken?

Was macht eigentlich..., Thomas Lüken?

Hallo Thomas, schön, dass du dich für unsere Rubrik „Was macht eigentlich…,“ zur Verfügung stellst. Wie geht es dir und was machst du jetzt so in deiner Freizeit?

Hallo Mike, mir geht es super und ich habe mich sehr gefreut, dass wir uns nach langer Zeit mal wieder über den Weg laufen. Bei deiner Nachricht habe ich erst gedacht, dass Maik Dorenkamp mich aufs Korn nehmen wollte. Aber es war ja wohl tatsächlich dein Kontakt. Nach so vielen Jahren auf und neben dem Platz genieße ich es jetzt natürlich auch mal nicht so viel feste Termine zu haben und mehr Zeit mit Familie und Freunden  zu verbringen. Trotzdem bin ich aber immer noch sehr häufig auf Sportplätzen zu finden. Der Amateurfußball lässt einen eben nicht so schnell los.

Nach deiner aktiven Laufbahn bei Blau-Weiss Schinkel (Landesliga) und bei den Sportfreunden Lotte (Verbandsliga Westfalen), begann deine Trainerkarriere in Hollage. Hast du selber damals damit gerechnet, einmal so erfolgreich als Trainer zu sein?

Zu meiner aktiven Zeit in Lotte musste ich damals als Kapitän mit Thomas Bartke übergangsweise für ein paar Monate die Trainertätigkeit übernehmen. Da habe ich bereits gemerkt, dass mir der Trainerjob wohl gefallen könnte. Und als Gerd Strößner dann 2001 zum wiederholten Male anrief war ich mir sicher, dass Hollage ein guter Einstieg sein könnte. Eine gewisse Unsicherheit war zu Beginn aber natürlich schon da. Im Nachhinein war es aber die beste Entscheidung überhaupt.

 

Blau-Weiss-Hollage-vs-SC-Melle-03-2011-2012-66

 

In Hollage hast du über ein Jahrzehnt eine Ära geprägt. Das ist in der heutigen Zeit, bis auf vielleicht ein paar Ausnahmen, gar nicht mehr denkbar. Was waren die ausschlaggebenden  Gründe für dein langes Engagement am Benkenbusch?

Für  mich als neuer Trainer war Hollage doch schon damals ein Paradies. Eine sehr gute Jugendarbeit, tolle Trainingsbedingungen und ein hohes Zuschauerinteresse. Ich habe mich in diesem familiären Umfeld einfach sehr wohlgefühlt . Mannschaft, Vorstand und Trainer hatten trotz der langen gemeinsamen Zeit nicht das Gefühl von großen Abnutzungsentscheidungen. Sonst wäre diese Laufzeit sicher nicht möglich gewesen und jemand hätte vorher die Reißleine gezogen. Mit Gerd Strößner und Norbert Brümmer hatte ich aber auch über die ganzen Jahre so eine hervorragende Unterstützung, die mir den Rücken immer freigehalten haben.

Dein langjähriger Weggefährte in Hollage, Norbert Brümmer, sagte einmal über dich: „Thomas befasst sich intensiv mit den Stärken und Schwächen der Gegner, er kennt fast jeden Spieler in der Liga“. War das tatsächlich so?

Es stimmt sicher nicht, dass ich jeden Spieler gekannt habe, aber ich habe mich tatsächlich schon sehr akribisch auf jedes Spiel vorbereitet. Ich wollte wissen, was auf uns zukommt. Mein Ziel war es immer die Mannschaft so gut wie möglich auf den Gegner mit seinen Stärken und Schwächen vorzubereiten. Im Laufe der Jahre hat man sich ja auch unter den Trainerkollegen ein kleines Netzwerk aufgebaut und hat sich so gegenseitig  über den nächsten Gegner informiert. In vielen Jahren der Landesliga war für mich z. B. Wolfgang Schütte von Holthausen-Biene immer ein netter und kompetenter Trainerkollege. Auch mit Michi Wirtz waren das immer lange Telefonate, wo es dann irgendwann gar nicht mehr unbedingt um Fussball ging :)

 

Am 25. Mai 2013 wurdest du nach dem Spiel gegen BW Papenburg nach fast 13 Jahren verabschiedet. Was ist dir aus deiner Hollager Zeit besonders in Erinnerung geblieben?

Natürlich denkt man auch an die vielen gemeinsamen Erfolge, aber was für mich am meisten in Erinnerung bleibt sind die vielen tollen Menschen, die ich in dieser Zeit kennen und schätzen gelernt habe. Ich freue mich immer noch, wenn ich viele bekannte Gesichter am Hollager Benkenbusch treffe und ich glaube, dass es vielen umgekehrt noch genauso geht. Das ist doch eigentlich das schönste Geschenk.

 

Nach einer einjährigen Pause hast du zur Saison 2014/2015 den VfR Voxtrup übernommen. War das von langer Hand geplant, oder hat sich das erst im Laufe deiner Pause ergeben?

Nach der langen Zeit in Hollage brauchte ich erstmal etwas Abstand und Voxtrup war überhaupt nicht geplant. Aber die Art der ersten Kontaktaufnahme hat mich damals einfach neugierig gemacht. Nicht wie sonst üblich der Vorstand sondern eine kleine Abordnung von Spielern aus Voxtrup hatten Kontakt zu mir aufgenommen und mich gefragt, ob ich mir zur neuen Saison eine Trainertätigkeit in Voxtrup vorstellen könnte. Irgendwie spürte man, dass die Jungs motiviert waren und mehr in den Fußball investieren wollten. Ein verrückter Weg, aber mich hat er damals einfach neugierig gemacht. Und dann ging eigentlich alles sehr schnell. Eine schöne Zeit, die ich nie vergessen werde. 

 

VfL-Kloster-Oesede-vs-VfR-Voxtrup-41

 

Neben deiner zweifelslos fachlichen Kompetenz wurde auch immer positiv angemerkt, dass du stets auf die Jugend gesetzt bzw. gebaut hast. Ist das in der heutigen Zeit überhaupt noch denkbar oder aus deiner Sicht gar nicht anders möglich?

In beiden Vereinen hatte ich das Glück, eine hervorragende Jugendarbeit vorzufinden. Viele Jugendliche spielten in ihren Altersklassen in der Landesliga . Das ist natürlich ein Traum für jeden Herrentrainer, da sich die talentierten Spieler mit ihrem Heimatverein absolut identifizieren und gleichzeitig das Zuschauerinteresse durch den eigenen Nachwuchs auch noch gesteigert wird. Viele Erfolge wären ohne die gute Jugendarbeit überhaupt nicht möglich gewesen. Leider können heute  manche Vereine gar keine eigene Jugendmannschaft mehr stellen und halten sich mit Spielgemeinschaften über Wasser.

Verfolgst du deine beiden langjährigen Vereine aus Hollage und Voxtrup noch und wie siehst du deren Entwicklung?

Na klar. Nach so langer Zeit in beiden Vereinen geht der erste Blick natürlich immer zuerst nach Hollage und Voxtrup. Ich denke das ist ganz normal. In Hollage wird man mit dem Abschneiden in dieser Saison sicher nicht zufrieden sein. Zur Entwicklung in Hollage kann ich eigentlich beobachten, dass man den Weg der eigenen Jugend in den  Herrenbereich weiterführen wird. Insbesondere weil mit Lukas Reineke ja der jetzige A-Jugtrainer der neue Trainer der 1. Herren wird. 

In Voxtrup hat sich das Bild der Mannschaft doch schon sehr geändert. Einige Spieler haben ihre Laufbahn bereits beendet oder haben den Verein verlassen. Da aus der A-Jugend zuletzt leider nicht so viel nachgeschoben werden konnte musste die Mannschaft doch vermehrt durch externe Neuzugänge verstärkt. werden. Der dritte Tabellenplatz ist sicher ok, aber mit einem besseren Start aus der Winterpause hätte man eine starke Dodesheider Mannschaft sicher noch etwas ärgern können. 

Werden wir Thomas Lüken noch einmal als Coach an der Seitenlinie sehen?

Man soll man ja nie "nie" sagen. Das lasse ich mir wirklich ganz offen. Vielleicht sehen wir uns ja da das nächste Mal.

osnaball bedankt sich bei Thomas für das Interview und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute!

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